CHRISTINA DIMITRA

Stille ertragen, Ideen folgen, hin sehen.

Ich sitze im Garten, höre Fatima Yamaha, rauche und trinke meinen Espresso.

Ich lebe für einen Monat in Brooklyn. Gesterrn sah ich einen blutigen Handschuh am Straßenrand rum liegen.

Das Mädchen in diesem Song singt „Does it get easier?“

Ich halte inne.

Heute bin ich erfüllt mit Dankbarkeit und Demut.

Ich arbeitete seid Jahren an meiner Denkweise und fühlte mich dennoch überall fehl am Platz.

Manchmal verzweifelte ich so sehr, dass ich mir den Tod wünschte.

Rückblickend, war ich depressiv. Heute bin ich ab und an melancholisch, verwende diesen Zustand in meiner Arbeit und lass die Gefühle los.

Damals war ich eher abwesend und in tiefen Gedanken, sprach kaum über meine Gefühle und rannte ich vor meinem wahrsten Selbst davon.

Ich arbeitete und verdiente das Geld, das man von mir erwartete.

Doch es erfüllte mich nicht. Mir war das Geld nie wichtig. Ich gab es aus und trank nachts Bier um betrunken und betäubt ins Bett zu fallen.

Ich lebte in meiner eigenen 3 Zimmer Wohnung in München und empfand diese innere Leere.

„Wohin wird es gehen?“

Eines Nachts wachte ich auf dem Fußboden im Wohnzimmer auf und erkannte, dass ich diesen inneren Zustand hinterfragen sollte.

„Ich muss mich verstehen.“

Ich war bereit, mich mit mir und meinen Gedanken, meiner Vergangenheit zu konfrontieren.

Meine Eltern führten eine unvorbildliche Ehe.

Sie sind immer noch verheiratet. Sie zogen mich zur radikalen Feministin auf, die ich heute bin.

Meine Emotionen musste ich als Kind stark unterdrücken. Weinen durfte ich nicht. Wenn dann heimlich. Ich hatte Angst, meine Mutter unnötig mit meinen negativen Gefühlen zu belasten. Flüchtete mich an meinem Schreibtisch, um stunden lang zu malen und hörte Musik.

Damals noch alles auf Kassetten, dann stieg man um auf CD`s.

Oft setzte ich mich an die Schallplatten meines Vaters, um sie visuell, auf zu nehmen.

Die Cover, die Darstellung der Sänger hatten es mir angetan. Mtv, Viva, Musik Magazine.

Das alles war Ende der 90er in. Kein Instagram dafür Snakes auf NOKIA 3110.

Als ich eines Tages wütend im Kindergarten auf Blätter rum kritzelte, Gesichter von Frauen malte, höre ich eine Erwachsene neben mir sagen „Du malst aber schön“ sie lächelte dabei und blickte auf meine Zeichnungen.

Ich schaute sie skepisch an, musterte sie, wendete den Blick wieder schnell von ihr ab malte weiter und dachte „Ich glaube sie lügt“

Ich erinnere mich an meinen ersten Burn Out zurück. Er war vor 8 Jahren.

Ich lebte ein Leben, das mir nicht gefiel. Mich zurück zu nehmen in meiner Persönlichkeit fiel mir sehr schwer.

Emotional unterdrückt, wollte ich endlich ausbrechen. Endlich frei sein.

Meine Aussagen, provozierten Lehrer, ich wurde oft aus dem Klassenzimmer verbandt, gelangweilt von all der trockenen Information, begann ich zu träumen.

Kollegen würden Jahre später, immer wieder zu mir sagen „Du bist hier eigentlich echt fehl am Platz man.“

„Ich weiß“ dachte ich, „Wohin gehöre ich nur wirklich?“

Ich lehnte Medikamente ab, meine Ärtzin stellte mir die nötigsten Fragen, ich beantwortete sie unter Tränen alle einfach mit Ja und sie stellte schnell die Diagnose „Du bist schwer depressiv.“

Ich entschloss mich, mir das Buch von Eckhart Tolle als Ratgeber dazu zu holen. Recherchierte über Depression. Erinnerte mich daran, wie depressiv und abwesend mein Großvater war und wollte es als Erwachsene hinterfragen und darauf hin zu arbeiten, die Psyche des Menschen, zu verstehen.

Das Buch von Eckhard heißt „Jetzt“, Medikamente schmiss ich direkt in den Müll.

„Warum sollte ich betäuben was ich fühle?“ dachte ich. Ich begann zu schreiben. Nicht weil ich dachte, ich könnte das gut, eher weil ich verzweifelt zu ausdrücken versuchte, was ich fühle. 

Sperrte mich zu Hause ein und ließ mich für einen Monat lang krank schreiben.

Ich erkannte, das „Krankheiten“ psychisch wie physisch entstehen, wenn man Etwas im Inneren für längere Zeit ignorierte gar verdrängte.

Dein Körper spricht zu dir.

Oft führt es auf Mangel an Liebe zurück.

Ich las Selbstheilungsbücher von `ner Amerikanerin, die ihren Tumor selbst heilte.

„Alles darf raus, ich darf mich nach innen wenden und es verstehen. Ich darf endlich fühlen, was ich fühle, es verwenden, erhören was ich denke, akzeptieren was und wie ich denke und schreiben was ich will.“

Ich tättowiere mir Jahre vorher intuitiv den Satz „I am know“ über das linke Knie.

Alpha und Omega auf die Arme.

Das Zitat „Ich bin das A und O, Ich bin Alles, Ich bin Jetzt“ hatte mich lange beschäfigt. Sehr interessant, das brauch ich auf meiner Haut. Und meinen Namen, um mich selbst, immer daran zu erinnern, wer ich bin.

Meine Eltern sind nicht wirklich gläubig.

Mein Vater verflucht die Kirche, als Teenager stand ich mal neben ihm an einem Stand, vor einer griechisch orthodoxen Kirche und er begann die Frauen am Stand mit Fragen und Aussagen zu konfrontieren. Er sah wie sie das Geld einsackten und er begann zu fluchen. Ich lief einfach davon. Damals unbegreiflich für mich, wieso er so streitlustig war. Heute weiß ich, dass mein Vater eigenständig denkt, viel hinterfragt und skeptisch gegenüber seiner Welt ist. Tiere wie Pflanzen liebt er über alles. Er betete die Natur an, er schätzt sie und liebt sie. „Christina töte niemals Spinnen“. Menschen enttäuschten ihn, das Konzept Kirche, war nichts für ihn.

Irgendwas in mir glaubte stark an Gott , auf spirituelle Sicht.

Sobald ich „gegenwärtig war, fühlte ich diese unbegreiflich stark, fließende, heilende Energie.“

Ich glaube an das unendlich Höhe, er ist und bleibt der intelligenteste Schöpfer, den es gibt. Wie viele Universen gibt es, was befinden sich hinter 900 Galaxien?

Ich las das Buch von Byron Katie, Lieben was ist und erkannte Gemeinsamkeiten. Auch sie war mal depressiv. Eckhard Tolle eben auch.

Die größten, wahrhaftigen Werke entstehen aus Verzweiflung, aus tiefen Schmerz. Man muss lernen hin zu hören. Die Stille ertragen können. Seiner Neugier folgen, erforschen um Neues zu erkennen und zu verstehen.

An jenem Sommer saß ich also stumm auf meinem Balkon, blickte auf Grün, schaute in den blauen Himmel und sah Vögel im Himmel kreisen. Tränen flossen mir über die Wangen.

Ich war gerührt und erlöst.

Wir sind verbunden. Alles ist gleichzeitg.

Zum ersten Mal, sah ich wirklich hin.

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