CHRISTINA DIMITRA

Meine „be yourself – Erläuterung“

Früher schrieb ich öfter mal „be yourself“ bis eine Freundin mich darauf ansprach, dass ich meine Bilder ja bearbeite.

Da stellte ich dann fest, sie bezieht das auf´s Äußerliche und man könnte meinen mit „be yourself“ wollte ich aussagen „zeig dich so natürlich wie möglich und bleib wie du bist.“

Doch mit „be yourself“ meine ich nicht „bleibe ungeschminkt, sei bitte zufrieden mit dir wenn du es nicht in Wahrheit bist. Ja, ich sag sogar, verändere dich, arbeite an deinen inneren Werten, arbeite an deiner Denkweise, fordere dich selbst heraus, sei auch kritisch zu dir, entschuldige dich, wenn du mal Fehler machst, sei dir bewusst wenn du andere zu unrecht behandelst, sei dir bewusst wenn du dich selbst zu unrecht behandelst, wenn dir das hilft dann setz` dir unbedingt neue Ziele und das immer wieder ob klein ob groß, färb dir die Haare um, schneid´sie dir ab wenn dir danach ist, ja lass dir die Nägel machen, wenn du dich damit sexy fühlst, schmink dich heftig oder bleib ungeschminkt, verändere dich, lies Bücher, entwickel dich weiter, zieh dir die Lack – High – Heels an, kauf dir ´nen roten Lippenstift, leb dich aus, wende dein Inneres nach außen und stehe zu dir selbst.“ 

Wir Frauen sind komplex.
Wir sind facetten,- und kontrastreich.

Wir sind maskulin wie feminin.

Wir sind lustig und verantwortungsbewusst, wir sind sexy, wir sind romantisch, wir sind radikal, wir sind Mütter und Geliebte, wir sind Schwestern, wir können wirklich alles sein. 

Wir sind empatisch und stark, wir sind sensibel und einfühlsam.

Doch werden von der männerdominierten Welt immer noch und nach wie vor verunsichert aber vor allem verunsichern wir Frauen uns selbst auch untereinander.

Wenn ich die Frau beschreiben sollte, die ich sein wollte, dann wäre sie:

liebevoll, verständnissvoll, kontrastreich, feminin und maskulin, schlagfertig und alles andere als naiv. Sie ist hoffnungsvoll und gut gläubig.  Sie ist stolz, sie ist stark, sie ist lebendig und witzig. Sie hat Feuer und ist nicht verängstigt. Sie ist leidenschaftlich und originell. Sie ist smart. Sie ist feinfühlig. Sie ist reflektiert. Sie kennt ihren Wert ist dennoch bescheiden. Sie ist motiviert. Sie kennt und liebt ihre Narben. Die Frau die ich sehe, die spricht direkt aus, was sie meint. Ohne Angst, dafür verurteilt zu werden. Die Frau, die ich sehe, ist fair aber ehrlich. Vor allem zu sich selbst. Sie teilt sich mit, sie wird respektiert, sie wird begehrt. Sie wird unterstützt, sie wird toleriert. Sie mag sich selbst.

Wir Frauen haben es nun mal immer noch nicht leicht.

Wir werden nach wie vor in Schubladen gesteckt, als Mutter, als Ehefrau, als Tochter, als Freundin… auf unseren Körper reduziert.

Ich höre immer noch setze wie „Jetzt bin ich Mutter…“ „Jetzt bin ich Ehefrau…“ wir geben so vieles freiwillig auf.

Wir geben uns selbst die Titel, die uns reduzieren.

Wir sind ja „Frau, Mutter, Ehefrau, Partnerin, Tochter.“

Die Boxen – geben Männern oder Frauen die Sicherheit. Wer urteilt der fürchtet. Wer dich betitelt und verurteilt, der hält dich imaginär evtl im Zaum. Und manchmal sind wir es sogar selbst.

„Du bist das.“ 

„Okay.“

„Du bist verrückt.“

(sobald wir die Box verlassen)

„Alles klar.“

Irgendwann hatte ich es satt.

Ernsthaft.

Irgendwann dachte Ich:

„Ich muss niemandem gefallen. Ich will mir selbst wirklich gefallen. Ich will Ich selbst sein. Mir mir selbst zurecht kommen. Ich will mich nicht mehr zurück nehmen müssen. In meinen Aussagen und in meinem Wesen. Ich bin laut anderer immer wieder mal zu viel oder zu laut oder zu frech oder zu leise oder zu radikal gewesen. Ich hab es satt. Von mir aus kann die ganze Welt behaupten, ich sei verrückt, zu leise oder zu viel, von mir aus darf die ganze Welt behaupten, ich sollte doch so oder so sein… ich weiß aber dass ich zum ersten Mal in meinem Leben, keine Angst davor habe, was ein anderer von mir denkt, weil jetzt zählt „wie denke ich über mich selbst?“ Dein Kopfkino, nicht meins. Wie sieht mein „Kopfkino denn aus“ wie denke ich über mich selbst? Wer will ich sein? Wer bin ich ? Ich will frei sein. Und frei sein bedeutet box – los sein. Alles andere als gefährlich. Frei bedeutet nicht unberechenbar… nein eher du darfst du selbst sein. Ohne jeglicher Einschränkung. Zu dir selbst stehen und du selbst sein. Titel – los frei. Menschlich. 

Ich betrachte mich hin und wieder mal als Seele.

Meine Seele ist geschlechtslos.

Meine Persona ist was anderes.

Und der Körper in dem ich wohne, ist eine Frau.

Wer als Frau stets die Klappe hält und gut aussieht, wird schnell als Objekt der Begierde betrachtet und dann ist es für ´nen Mann auch völlig einläuchtend, was und wie sie ist. Sie ist eine Frau. (ein reibungsloser Weg, bewirkt aber nicht viel).

Darauf haben doch die wenigsten Frauen wirklich Lust.

Und unsere Schönheit ist vergänglich.

Und es schmerzt auf Dauer, die Klappe zu halten.

Was uns aber bleibt ist unser unverwechselbarer Charackter.

Was uns aus macht ist unsere komplexe Intelligenz und was uns attraktiv macht ist unser Charme, unser Durchsetzungsvermögen, im besten Fall auch unser Humor und unsere Empathie.

Wie viele Frauen, die du kennst, würden gerne für ihre Leistung anerkannt werden? 

Wie viel Frauen wollen für ihre Talent anerkannt werden? Für ihre Gaben?

Wie viele Frauen, wollen wirklich nur auf ihren Körper reduziert werden?

Wie fühlt sich das an?

Wir sind mehr als ein Körper.

Mit „be yourself“ meine Ich, um es noch einmal zusammen zu fassen:

Zeig Charackter. Zeig Biss. Fürchte dich nicht, du darfst du selbst sein. In all deinen Facetten. Wende innen nach außen.  Und lass dir Zeit bei deiner Selbstfindung. Das gilt auch für Männer.

Ich meine mit „be yourself“ – teile mit was du denkst, wenn du das wirklich willst und sei wer du bist, sei wie du es bist, „keep your imperfections“ vs „know your imperfections and don´t be afraid of change. Solange es sich für dich wahr anfühlt, solange es für dich okay ist, dann sei was und wer und wie auch immer du sein willst.

Denn das einzige was uns selbst im Weg steht, ist unsere Angst vor Ablehnung.

 

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