CHRISTINA DIMITRA

6)

Als ich begann…

mich hingebungsvoll meinem Inneren zu widmen, bereit war, mich selbst und meine persönliche Geschichte zu beleuchten, zu verarbeiten, als ich begann informativere Bücher zu lesen, mir selbst endlich Zeit zu nehmen, meiner Psyche und Seele die nötige Aufmerksamkeit und Liebe zu widmen, hieß es von außen zunächst :

„konzentriere dich doch lieber auf deine Zukunft“

„so schlimm ist es bestimmt nicht“

„ich denke manchmal wünschtest du dir, du hättest noch was viel schlimmeres erlebt.“

„ich dachte du seist stark“

„du bist echt egoistisch“

„denkst du ich mag meinen Beruf?“

„ja so ist das Leben nun mal“

„hey ich muss auch Arbeiten für Geld, so ist es eben, man muss seine Rechnungen eben bezahlen“

„such dir doch mal ein Hobby“

„ich wünschte ich hätte so viel Zeit wie Du“

„du musst Sport machen“

„trink nicht so viel“

„ich glaub du bist nicht depressiv das bildest du dir nur ein“

Das alles half mir aber nicht, das alles erschütterte, verwirrte und fühlte sich alles andere als wahr an.

„würdest du zu jemandem etwa sagen – deine Lungenentzündung muss nicht heilen – ab in die Arbeit, stürz dich auf die nächste Party oder such dir sofort ein Hobby oder geh mal joggen?“

Rückblickend weiß ich, dass der Satz meiner Ärztin „Sie sind depressiv“ mir als Wegweiser dienen sollte…

Ohne das Abarbeiten und Erkennen von tieferen Ängsten und vergangenen Wunden, ohne der Rückkehr von meinem Ich,  ins junge Ich , ohne Auszeit – ohne diesem Heilungsprozess – nach dem ich mich tief sehnte, ja der sogar überlebensentscheidend wie ausschlaggebend für mich war und für jeden von uns ist, ohne meiner radikalen Bewusstseinerweiterung und diesem Drang nach meinem eigenen Verständnis, Wunsch nach Freiheit, ohne meinem eigenem Geständnis, dass ich wohl fragiler bin, menschlich bin, seelisch misshandelter als ich dachte, ohne dem Rückblick auf meine eigenen Wunden, die sich über lange Zeit seelisch hin zu gezogen hatten, die ich 22 Jahre lang verdrängen versuchte, damit ich weiterhin funktioniere – stark für andere sein konnte – weiterhin kämpfe, wie man es von mir verlangt hat, hätte ich mir wohl das Leben genommen. 

„Lächel doch mal du schaust immer so böse.“

Paradox wie es klingt, doch zum ersten Mal in meinem Leben war ich erfüllt mit Hoffnung.

Die Diagnose war meine Rettung.

Ich weiß heute noch ganz genau was ich dachte:

„Will ich gelähmt durch´s Leben gehen, will ich mich betäuben und diese scheiß Medikamente nehmen oder möchte ich mich auf mein Inneres einlassen und meinen inneren Fragen folgen?“

„Was holt mich hier ein? Kann ich so je wieder aus dem Haus gehen? Ich erkenne mich nicht mehr wieder. Ich kann mich nicht mehr selbst betrügen. Ich möchte mich nicht mehr selbst belügen. Ich möchte mich nie mehr zu Dingen zwingen, die ich einfach nicht will.“

Die Angst in mir stieg, sie zwang mich jedoch zum Handeln.

Jahre später, begebe ich mich also bewusster denn je, sensibler, intuitiver auf meinen eigenen Lebensweg und weiß, dieser ist wahrhaftig für meine Seele bestimmt.

Jahre später, stelle ich mir die ernsthaften Fragen  „wie viele Menschen , musste ich enttäuschen, um heute Ich selbst sein zu können, um der Künstlerin die in mir geboren wurde treu zu werden?

Mit wie vielen musste ich mich schon streiten, wie viele Lehrer verurteilten mich und wie oft flog ich aus dem Unterricht raus, wenn ich mitteilte was ich dachte, wie oft wurde ich erniedrigt, attackiert, abgelehnt, wie oft wurde ich geschlagen, wie oft wurde mir eingeredet ich sei nicht gut genug, ich sein icht korrekt, ich sei das Problem und wie oft , musste ich selbst an mir zweifen, wie vielen musste ich aus dem Weg gehen, wie viele Menschen musste ich verlassen, wie viele Orte musste ich wechseln, wie viele Freunde verlassen, wie viele Expartner weinen sehen – weil ich mich, Stück für Stück für mich entschied, mit jedem Schmerz wuchs die Hoffnung, ich wollte seelisch heilen und in diesem Leben wollte ich nicht fallen, sondern wachsen.“

Ich bin überzeugt davon, dass ich heute das interessantere Leben lebe, das interessantere Leben wähle, das voller Tiefen und das vieler Höhen, Tag für Tag – das Leben dass mich lebendig fühlen lässt, das Leben, nachdem ich mich von jung an sehnte.

Ein Leben voller Einsichten und Erkenntnissen, das Leben das mich zu inneren Weisheiten verleitet, dass mir Zeit gibt für die (für mich) wesentlicheren Dinge.

Heute lebe ich die pure Inspiration.

Doch die Liste der Opfer war unendlich lang und der Schmerz fürchterlich, schier unmöglich zu ertragen.

Mir blieb nichts anderes übrig, als auf mich selbst zu vertrauen und es immer wieder neu zu wagen.

Hier bin Ich.

Und, Ich lebe noch.

Eine Depression lähmt dich vielleicht zunächst, eventuell sogar für Jahre aber um dir klar zu machen, warum ich das Alles schreibe, ist, um Dir mit zu teilen, dass:

deine Seele deine vollste Aufmerksamkeit möchte. Sie schreit nach deiner Liebe.

Und du wirst irgendwann wenn es sehr schmerzt, wohl hin hören müssen oder dich lähmen und betäuben, doch dir hoffentlich nicht, das Leben nehmen.

Denn auf Dich wartest, dein wahrstest Du.

 

 

 

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