CHRISTINA DIMITRA

er malt abstrakt.

wir lernten uns vor vielen Jahren in Paris kennen.

in einer Bar.

sehr außergewöhnlich wie er auf mich zu ging.

mit großem Interesse.

skeptisch, ein wenig unsicher aber auch sehr neugierig.

er tastete sich vorsichtig an.

irgendwann schmiss ihn der Besitzer aus der Bar und ich dachte dann erst „wirklich interessant“.

später wurden wir ziemlich gute und vor allem, vertraute Freunde.

er war und ist ein kleiner, zierlicher und melancholischer Mann.

über seinen Vater sprach er nie.

manchmal lachte er so gezwungen, dass es mich provozierte.

„ist alles Okay mit Dir Kiki“ 

„Ja“ 

mir war bereits  klar was ich sehe.

„er verdrängt seine Trauer und überspielt sie manchmal.“ 

irgendwann erzählte er mir von seinen Suiziden Gedankengängen.

seltsam ist, dass er von mir wusste, dass ich sehr tiefgründig bin und sich mir sehr lange nicht anvertraute.

ich erkannte es an mir und so erkannte ich es in seinen Augen.

er war der Erste der meine depressiven Texte las und den nächsten Flieger nahm um mich zu besuchen, weil es mir elendig ging.

ich erinnere mich genau, wie wir gemeinsam in der U-bahn standen und wie er die musternden Blicke von Fremden ignorierte.

er fiel auf.

wir fielen auf.

ich mochte das nicht.

ihm war das egal.

er trug diese ausgefallene Ringe.

er trug gerne schwarz.

ich weiß bis heute nicht was er damals wirklich tat aber er war so ziemlich broke und ich bezahlte gerne seine Drinks, weil es mir manchmal Leid tat.

er lies sich immer etwas einfallen.

er war verspielt, charmant und elegant.

er lief statt die Bahn zu nehmen und kam manchmal ewig lang zu spät.

(wie ich vor´m Museum stehe und denke „was genau sind für ihn 20 min?“)

einmal sah ich ihn – einen Drink vom Nachbartisch stehlen.

(das muss aufhören – dachte ich und holte ihm den nächsten Drink)

er war so gerne für mich da – wie ich für ihn.

Jahre später trafen wir uns wieder, diesmal in Nyc.

ich war schon aufgeregt.

er auch. das konnte ich sehen.

so saß er mit aufgeknüpftem Hemd und seiner Sonnenbrille auf einer Bank.

so ziemlich elegant.

„du hast dich nicht verändert.“ 

„omg wir haben es geschafft.“ 

wir liefen gemeinsam die Straße entlang und setzten uns dann in eine Bar.

er war so froh, dass ich da war.

sehr stolz stellte er mich anderen Leuten vor.

aber natürlich stritten wir auch. 

weil wir nie gleicher Meinung sind.

und weil ich dominanter bin.

und er gerne stichelt.

und ich gut im Austeilen bin.

irgendwann sagt er „du bist so stark. ich mag das nicht.“ 

auch das traf mich. 

wenn ich angesprochen wurde – mochte er es nicht.

„was wollte der? ach ja du wirst noch öfter solche Anfragen bekommen, komm lass uns gehen.“

mir stellte er mal seinen Sugar Daddy vor.

natürlich ist er Bi.

mir hat er es nie offiziell gesagt.

ich bin aber nicht blind.

er flirtete immer und mit jedem, wenn es ihm möglich war.

einmal sogar mit meiner Vermieterin.

manchmal saßen wir besoffen auf dem Dach.

und hatten den ganzen Ausblick auf die Stadt.

er malte und ich sah ihm dabei zu.

manchmal sprach er von seiner Ex – Freundin.

er hatte sie erst verlassen.

sie war krankhaft eifersüchtig.

sie schlug ihn manchmal sogar.

sie mochte mich nicht.

ich schlug ihm vor sie beim nächsten Mal einfach mit zu bringen.

 

 

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