CHRISTINA DIMITRA

Lügner heilen nicht.

Ich werde nie vergessen, wie sehr sie sich fürchtete, davor, dass ich Anderen erzähle, was ihr widerfahren ist.

Sie wollte sich selbst vor dem Urteil Fremder schützen.

Sie fühlte sich sehr schuldig.

Und so blieb sie.

Dabei hab ich mich selbst, sogar vergessen. 

Denn ich war immer bei ihr , erlebte alles mit ihr mit und wenn ich sprach, wollte sie mich nicht mal ansehen und nicht mehr anhören.

Ich war ihr Schutz und ihr Opfer zugleich.

Ich war ihr emotionale Mülleimer.

Ich war ihr Licht, weil ich sie liebte und weil ich optimistisch und stark für uns war. 

Sie schrie mich regelmässig an und ihre Hysterie und ihr Schmerz waren somit auch mein tägliches Leid.

Es dauerte noch lang bis ich das begreifen konnte.

Ich war schon als Kind sehr perfektionistisch veranlagt.

Mein Traum und meine Berufung, war mir im Alter von ca. 6 Jahren klar.

Wenn ich heulte, wurde ich zu 90% ignoriert.

Wenn ich geschlagen wurde, durfte ich nicht weinen.

Ich habe heute noch damit zu kämpfen.

Mich wird man somit nicht oft weinen sehen.

Dabei ist es so befreiend.

Ich lernte früh für mich selbst da zu sein.

Ich lernte früh zu analysieren und früh zu reflektieren.

Ich lernte früh, das Schauspielen. Und ich wählte, zu malen.

Auf Spielplätzen schlug ich ab und an auf Jungs ein.

Wenn sie sich mit mir anlegten, teilte ich aus.

Ich verteilte Respekt- Schellen, wenn es nötig war.

„Meine Mutter fand das sehr witzig“ 

(das erzählte mir vor Jahren meine zweite türkische Mama. Unsere Nachbarin.)

Kinder versammelten sich in unserem Wohnzimmer und ich kochte für sie.

„Ich gab ihnen den Raum, den unsere Eltern uns verweigerten.“ 

Als ich mit 16 von den Bullen heimgefahren wurde, musste ich mir einiges anhören.

„Ich hatte ab und an, keinerlei Respekt mehr vor ihr. Weil sie in meinen Augen auch keinen verdiente.“

„Es fiel mir manchmal schwer sie zu lieben.“ 

„Ich kann heute sehr dankbar sein, dafür, dass ich mir damals nicht das Leben nahm. Ich bin bewegt, davon, dass ich selbst, meiner inneren Stimme folgte und dankbar für jeden Menschen, der liebevoll in mein Leben trat. Ich hatte das Glück auf tolle „fremde Mamas“ zu treffen, die mich liebevoll bekochten, wenn ich krank war. Oder auch bekochten, weil ich existiere und es verdiene bekocht und geliebt und angehört und angesehen zu werden.“

Und bin sehr dankbar für jeden Mann, der in mein Leben trat, um mir Halt und Liebe zu bieten. Oft verliess ich sie.

 Mit mir war es nicht leicht. Aber Lügner mochte ich nie dulden. Ich mochte Lügner nicht und wollte sie nicht in meinem Leben dulden.

Was ich verlangte war „Loyalität und Hingabe“ und so schwur ich mir immer „sehr wahrheitsgetreu durch das Leben zu gehen und zu kommunizieren und zu schreiben und zu kreieren und so gut es geht Andere ebenso dazu zu motivieren.“ 

Das geht an meine treuen Leser: 

„Ich möchte dass du weißt, dass du bereits Liebe bist und dass deine Seele aus dem Licht stammt, das Liebe ist. Du wirst auf dieser Erde die Möglichkeit haben, zu erfahren und zu lernen und zu wachsen. Du kannst deine Geschichte tragen, denn sie ist für dich bestimmt. Du darfst sie annehmen. Sie hinterfragen. Du darfst nachdenken. Du darfst leiden. Du darfst deine Geschichte als persönliches Lexikon mit dir tragen. Du darfst alles fühlen. Nur so wirst du heilen. Nur so wirst du den Kreis deiner Vorfahren brechen. Nur die Ablehnung von deiner Geschichte, schmerzt. Und die Fehlinterpretation sind die Lügen, die wir uns manchmal Selbstgegenüber erzählen. Du verdienst die Wahrheit. Und die Wahrheit ist immer Akzeptanz von „was war, ist und was sein wird. Wir Menschen teilen unser Leid und nur die Wenigsten wählen : Selbst-Heilung. Die Wenigsten sind ehrlich zu sich selbst und zu Anderen. Denn auch Heilung ist anstrengend und Heilung bedeutet: den Scham ab zu legen. Wunden heilen, wenn man das Licht auf die Wunden richtet und sie annimmt. Wenn man bereit ist hin zu sehen und die Wunden anzunehmen.  Liebe deine Wunden und versuche deinen menschlichen Schmerz zu akzeptieren und zu ehren und zu hinterfragen, denn auch das führt dich zurück zu deiner Liebe.“ 

 

 

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