CHRISTINA DIMITRA

Ausschnitte aus „die 10 wichtigsten Fragen des Lebens“.

„ich sag was, jemand sagt was zurück, ich sag wieder was, und wenn Alkohol im Spiel ist geht das stundenlang. auch Dritte und Vierte können mitreden, und wenn alle gesund bleiben, gibt es am nächsten Tag gemeinsame Erinnerungen. das ist das ganze Geheimnis menschlicher Kultur. das und die belebende Wirkung von Alkohol. die Kneipe ist die Geburtstätte klassischer Dialoge, übers Trinken im Besonderen wie übers Leben im Allgemeinen. so entstehen und vergehen Freundschaften.

„Je mehr Bücher ich las, desto komplizierter wurde das Leben, desto schlechter wurden die Menschen. als ich das erste Mal die Tagesschau sehen durfte, beschlich mich der Verdacht, dass die Welt zu groß war für meinen Kopf. es passte nicht alles hinein, was da so vor sich ging an Ungeheuerlichem. ich blendete vieles einfach aus.“

„bin Ich schön? jeder Mensch der geliebt wird, ist schön; schön ist jeder Mensch der liebt.“

„wohin fliehen wir vor der Herzlosigkeit der anderen? oder ist diese Kälte nur eingebildet, weil wir uns nicht trauen, unsere Mitmenschen wirklich zu fordern? das wahre Leben… das falsche Leben…. Je mehr Geschichten ich hörte, desto schwerer fiel es mir, eine klare Meinung zu haben. eine traurige Geschichte folgte auf die andere, wer will darin einen Sinn entdecken können? Gelegentlich packt einen der Weltschmerz. Denn das Scheitern der anderen ist gar nicht so fern. die Versuchung sich selbst aufzugeben, kennt jeder von uns. und wenn es nur darum geht, eine Stunde länger zu schlafen. weil man die Welt da draußen so früh noch nicht ertragen kann.“

„ich habe in all den Jahren nicht einen Autor, nicht eine Autorin getroffen, die ich als Vorbild hätte ansehen können. schon gar keine bildenden Künstler. nahezu alle leiden an unheilbarem Narzissmus. das gilt auch für die meisten Redakteure und Moderatoren, die von der Kunst der anderen leben. bei ihnen addiert sich zur Eitelkeit ein Minderwertigkeitskomplex, den kein noch so starkes Scheinwerferlicht  ausblenden kann. irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich auf der Suche nach Vorbildern einen viel zu weiten Umweg gegangen war.“

„ich tu es für mich. Sie tun es für sich. für wen sonst? wann immer Ihnen jemand weismachen will, er tue etwas für andere, seien Sie misstrauisch.“

„ich wurde melancholisch und ein Menschenfeind. jeder von uns war das vermutlich einmal. bis es einem zu langweilig wird.“

„gut, wir sind so weit. alle Bücher außer Reichweite, eine halbe Stunde Spaziergang liegt hinter Ihnen, Sie sitzen auf einer Parkbank, glücklich und erschöpft, den Kopf lässig in die Hand gestützt, Körper und Geist im Einklang. Nun die Frage: mit welchem Menschen würden Sie gern eine Stunde verplaudern? und wenn es Ihre letzte Stunde wäre? mit wem würden Sie diese gerne verbringen?“

#gregoreisenhauer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: