CHRISTINA DIMITRA

Wachstum und Irrtum.

Manchmal schreibe ich 5h lang und erlange erst nach 6h Erkenntnisse, die ich verwenden kann. Während ich schreibe, fühle ich mich lächerlich, unsicher und rastlos.

Ich sah mir seine Arbeiten an und fragte ihn, ob er enttäuscht sei.

Er antwortete „Immer“.

Inzwischen schiebe ich den Alltag bei Seite und stelle mir Fragen wie: für wen tue ich was ich tue? was wollte ich nochmal erreichen ? und was sollen meine Taten bewirken? ich setze den Fokus auf Fortschritt und denke ganz besonders über Vergänglichkeit und Tod nach. Ich fürchte das Ende nicht im Geringsten. Alles ist vergänglich. Genau das motiviert uns zum Handeln.

Werte sind wichtig. Wichtiger als Anerkennung. Wichtiger als Geld. Die Anerkennung befindet sich extern, außerhalb deiner Kontrolle, außerhalb deiner Macht. Deine Werte legst du jedoch selbst fest. Und um so eher du dir deine Werte bewusst machst, um so selbstbewusster wirst du. Werte, so tief verankert, das sie dich bestärken.

Du wirst Menschen nie dazu bringen, dich zu lieben. Entweder sie tun es oder eben nicht.

Ich dachte immer ich sei so gut im Verzeihen doch als sie im Sterben lag, konnte ich sie nicht besuchen, wollte meinen Stolz nicht ablegen und auf sie zu gehen. Ich musste mich vorher entscheiden, ob ich bereit war ihr und mir zu vergeben. Ich konnte es nicht. Ich wünschte ihr den Frieden, den sie verdiente und lies los. Ich arbeitete weiter, um mich von diesem seltsamen Gefühlen ab zu lenken. Konnte kaum darüber sprechen. Es holt mich ein. Wir waren im Schlechten auseinander gegangen und das fühlte sich belastend und unnatürlich an. Es vergingen viele Monate bis ich erkannte, dass sie mich benutzte. Ich brach den Kontakt zu ihr radikal ab. Nach der Erfahrung mit ihr , entschied ich keine Frauen mehr zu fotografieren. Ich erkannte, dass ich ihr nichts schulde außer dem Geständnis, das auch ich sie benutzte.

Gestern sprachen wir stundenlang. Ich liebe ihn und schätze ihn für alles was er ist und sagt. Er verurteilt mich nie. Ich erkenne seine Ängste und schätze ihn deshalb um so mehr. Ich lebe für tiefgründige Gespräche. Alles oberflächliche lehn ich ab. Mit mir erlebst du Tiefe so oder so.  Ob du es willst oder nicht. Und wenn du es zu lässt, löst es Blockaden. Ob du es glaubst oder nicht. Das hab ich erlebt. Heilen fühlt sich nicht immer gut an. Manchmal löse ich Wut aus. Und verstehe auch das. Wer will freiwillig das Licht auf seinen Schmerzkörper richten und Schmerz teilen?

Ich liebe es, wenn er von seinem Vater erzählt. Ich liebe es, wenn wir Parallelen erkennen, weil wir uns vertrauensvoll öffnen. Das ist das Intimste was ich bisher erleben durfte. Dialoge, basierend auf Wahrheit. Ohne Angst, verurteilt zu werden. Mit dem Wunsch, Neues zu erkennen und fühlen. Eigentlich unterscheiden wir uns nicht von einander. Wir fürchten doch all abgelehnt zu werden. Viele lehnen mich ab. Im Gegenzug liebt und schätzt man mich für was ich bin.

Mir kann es egal sein was man von mir hält. Ich brauch keinen Zuspruch. Das lerne ich durch mein Künstler Da sein. Ich habe Beobachter, Menschen die hinter Bildschirmen sitzen und meine Texte lesen … Und ich werde es erst erfahren, wenn sie es mir erzählen. Ich führe Monologe und lege fest, was ich mit der virtuellen Welt teile.

Wenn ich verurteilt werde, schaue ich mir den urteilenden Menschen genauer an und denk mir dann meinen Teil. Neulich hieß es, ich sei arrogant. Ich habe kurz darüber nach gedacht, natürlich verurteile Ich Kritik nicht, denn sie kann einem die Augen öffnen und so musste ich mir eingestehen, dass diese Aussage wahr ist. Arroganz beruht auf Misstrauen, auf Unsicherheit – man möchte durch diese Eigenschaft, gewisse Personen auf Distanz halten. Der Ursprung ist : Selbstschutz und Skepsis…

Inzwischen prallt das Urteil meiner Mitmenschen an mir ab und ihren Hass werte ich als Verlangen, gesehen, verstanden, sogar geliebt zu werden. Inzwischen will ich Niemanden davon überzeugen, dass ich gut bin. Sie werden in mir sehen, was sie sehen wollen. In mir sahen Menschen den Teufel, eine Göttin, Inspiration oder einfach nur Pain in the ass.

Früher hab ich unendlich viel Energie in Abwehr verschwendet…

14. April 2020

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: