Absynth.

wenn ich zurück blicke, sehe ich uns in der Küche stehen, sitzen oder tanzen.

du packst dein Equipment aus und fängst an für uns zu spielen.

die Mischung macht´s.

wir waren zusammen noch viel gestörter.

wie Feuer und Benzin.

wir inspirierten einander.

so sehr.

wir verletzten und enttäuschten einander.

wir liebten einander.

so sehr.

und das vielleicht auch nur aus Verzweiflung.

.

und wenn du mich heute beleidigst, dann weiß ich, es ist dein Rachezug von damals.

doch heute kann ich dankbar sagen, dass wir einen Teil unsere Jugend, zusammen verbracht haben.

erinnerst du dich an das Gefühl?

wir waren unbeschwert.

weißt du noch, wie frei wir waren?

und wie ehrlich wir zu einander sein konnten…

so ehrlich, dass ich dich manchmal wortlos in der Öffentlichkeit stehen ließ.

oder du den Club mit einander anderen verließt.

so ehrlich, bis es eben schmerzte.

und dennoch kann ich heute über gewisse Dinge lachen.

mit dir hatte ich endlose Lachanfälle.

mit dir konnte ich, ich selbst sein.

und mit mir, warst du eins.

 

6,5 h-Schreibflow

ich tat also das, wovor ich mich am meisten fürchtete.

und begann wahrheitsgetreu zu schreiben.

manchmal wachte ich nachts panisch auf, mit dem Verlangen Einträge zu löschen, aus Scham und Angst vor dem Urteil der Anderen.

heute ist es mir egal.

es ist das was ich hinterlasse.

irgendwann begann ich meiner damaligen Mitbewohnerin Texte vor zu lesen.

anhand ihrer Reaktionen sah ich, ob es in ihr Erkenntnisse auslöste.

oder Gefühle.

wenn das der Fall war, dann teilte sie es mit mir.

ihre Augen veränderten sich dabei.

sie war seelisch gerührt, mental angeregt, inspiriert.

sprach selbstbestimmt und wahrheitsgetreuer als sonst, fühlte sich bestärkt mir zu sagen, wie sie selbst dachte.

das Schreiben ist herausfordernd.

oft schieb ich es auf oder flüchte davor.

wenn ich anfange zu schreiben, verliere ich Zeitgefühl, schreibe 5-9h ohne Unterbrechung, verzichte auf Essen und auf Pausen, aus Angst, dass ich meinen Flow unterbreche.

das Schwierigste daran ist, das Unwesentliche aus zu sortieren.

kreative Arbeit erfordert Ausdauer und Hartnäckigkeit.

ich bin selbstlos und egoistisch.

erlebe Vollkommenheit.. auch wenn nur für ein paar Minuten.

erkenne Sinn und Bestimmung…auch wen nur für ein paar Stunden.

bekomm` den notwendigen Tunnelblick dafür.

so kann es ewig lang gehen.

beginne neu, setze wieder an.

lösche. tippe.

prüfe.

gelange in diesen ewigen Teufelskreis.

und genau das ist mein Wunder Punkt.

Balance ist ein Thema.

wenn ich Grenzen überschritt, litt ich mental darunter.

so muss es wohl vielen Künstlern gehen.

Schreiben gilt als schöpferische Arbeit.

und ich schreibe nicht, weil ich denke, dass ich gut bin.

nicht mal, weil ich damit Geld verdienen will.

hatte bisher 2 Veröffentlichungen in Magazinen und die haben eigtl schon alles ausgesagt.

ich schreibe , weil ich weiß, was ich fühle, wenn ich es nicht tue.

und teile, weil ich weiß das es irgendwer nach vollziehen oder mit empfinden wird.

ich möchte dieses digitale Tagebuch fortsetzen und mit der Welt teilen.

wenn ich eines Tages sterbe, hinterlass ich es hoffentlich.

was andere am Ende interpretieren, werde ich jedoch nicht beeinflussen.

15.April 2020

 

Wachstum und Irrtum.

Manchmal schreibe ich 5h lang und erlange erst nach 6h Erkenntnisse, die ich verwenden kann. Während ich schreibe, fühle ich mich lächerlich, unsicher und rastlos.

Ich sah mir seine Arbeiten an und fragte ihn, ob er enttäuscht sei.

Er antwortete „Immer“.

Inzwischen schiebe ich den Alltag bei Seite und stelle mir Fragen wie: für wen tue ich was ich tue? was wollte ich nochmal erreichen ? und was sollen meine Taten bewirken? ich setze den Fokus auf Fortschritt und denke ganz besonders über Vergänglichkeit und Tod nach. Ich fürchte das Ende nicht im Geringsten. Alles ist vergänglich. Genau das motiviert uns zum Handeln.

Werte sind wichtig. Wichtiger als Anerkennung. Wichtiger als Geld. Die Anerkennung befindet sich extern, außerhalb deiner Kontrolle, außerhalb deiner Macht. Deine Werte legst du jedoch selbst fest. Und um so eher du dir deine Werte bewusst machst, um so selbstbewusster wirst du. Werte, so tief verankert, das sie dich bestärken.

Du wirst Menschen nie dazu bringen, dich zu lieben. Entweder sie tun es oder eben nicht.

Ich dachte immer ich sei so gut im Verzeihen doch als sie im Sterben lag, konnte ich sie nicht besuchen, wollte meinen Stolz nicht ablegen und auf sie zu gehen. Ich musste mich vorher entscheiden, ob ich bereit war ihr und mir zu vergeben. Ich konnte es nicht. Ich wünschte ihr den Frieden, den sie verdiente und lies los. Ich arbeitete weiter, um mich von diesem seltsamen Gefühlen ab zu lenken. Konnte kaum darüber sprechen. Es holt mich ein. Wir waren im Schlechten auseinander gegangen und das fühlte sich belastend und unnatürlich an. Es vergingen viele Monate bis ich erkannte, dass sie mich benutzte. Ich brach den Kontakt zu ihr radikal ab. Nach der Erfahrung mit ihr , entschied ich keine Frauen mehr zu fotografieren. Ich erkannte, dass ich ihr nichts schulde außer dem Geständnis, das auch ich sie benutzte.

Gestern sprachen wir stundenlang. Ich liebe ihn und schätze ihn für alles was er ist und sagt. Er verurteilt mich nie. Ich erkenne seine Ängste und schätze ihn deshalb um so mehr. Ich lebe für tiefgründige Gespräche. Alles oberflächliche lehn ich ab. Mit mir erlebst du Tiefe so oder so.  Ob du es willst oder nicht. Und wenn du es zu lässt, löst es Blockaden. Ob du es glaubst oder nicht. Das hab ich erlebt. Heilen fühlt sich nicht immer gut an. Manchmal löse ich Wut aus. Und verstehe auch das. Wer will freiwillig das Licht auf seinen Schmerzkörper richten und Schmerz teilen?

Ich liebe es, wenn er von seinem Vater erzählt. Ich liebe es, wenn wir Parallelen erkennen, weil wir uns vertrauensvoll öffnen. Das ist das Intimste was ich bisher erleben durfte. Dialoge, basierend auf Wahrheit. Ohne Angst, verurteilt zu werden. Mit dem Wunsch, Neues zu erkennen und fühlen. Eigentlich unterscheiden wir uns nicht von einander. Wir fürchten doch all abgelehnt zu werden. Viele lehnen mich ab. Im Gegenzug liebt und schätzt man mich für was ich bin.

Mir kann es egal sein was man von mir hält. Ich brauch keinen Zuspruch. Das lerne ich durch mein Künstler Da sein. Ich habe Beobachter, Menschen die hinter Bildschirmen sitzen und meine Texte lesen … Und ich werde es erst erfahren, wenn sie es mir erzählen. Ich führe Monologe und lege fest, was ich mit der virtuellen Welt teile.

Wenn ich verurteilt werde, schaue ich mir den urteilenden Menschen genauer an und denk mir dann meinen Teil. Neulich hieß es, ich sei arrogant. Ich habe kurz darüber nach gedacht, natürlich verurteile Ich Kritik nicht, denn sie kann einem die Augen öffnen und so musste ich mir eingestehen, dass diese Aussage wahr ist. Arroganz beruht auf Misstrauen, auf Unsicherheit – man möchte durch diese Eigenschaft, gewisse Personen auf Distanz halten. Der Ursprung ist : Selbstschutz und Skepsis…

Inzwischen prallt das Urteil meiner Mitmenschen an mir ab und ihren Hass werte ich als Verlangen, gesehen, verstanden, sogar geliebt zu werden. Inzwischen will ich Niemanden davon überzeugen, dass ich gut bin. Sie werden in mir sehen, was sie sehen wollen. In mir sahen Menschen den Teufel, eine Göttin, Inspiration oder einfach nur Pain in the ass.

Früher hab ich unendlich viel Energie in Abwehr verschwendet…

14. April 2020

 

 

Disko.

Denkst du nicht auch, dass das Schicksal uns zusammen führte damit wir wachsen?

Das Loslassen fällt schwer.

Du weißt gar nicht mehr wer du ohne mich bist und andersrum.

Und wie die Tore schließen, so öffnen sich Neue.

Nie besser nur anders.

Denkst du nicht auch, dass das Schikcsal uns zusammen führte damit wachsen?

 

 

 

Grau.

Du wirst nicht mehr die Alte sein.
Du schweigst oft und denkst nach.
Nimmst deine Sache ernst.
Manchmal sehr ernst.
Ich werde dich nicht bewerten.
Du warst nie schlecht und nie besser.
Ich werde beobachten und hin sehen.
Ich werde hin hören.

Du wirst nicht mehr die Alte sein.
Deine Haut, dein Körper, deine Seele.

Dein Verstand.

Wächst du?
Wählst du die Nummer Sicher?
Liebst du das Risiko?

Du bist nicht perfekt.

Doch du wolltest nie perfekt sein.

Du sagst wenn das Liebe war, dann willst du sie nie mehr wieder erleben.

Und wenn es eine Täuschung war, dann weißt du bis Heute nicht, was Liebe ist.“

 

7 Jahre.

„Ich denke nach. Ich meine, ich versuche nach zu denken. Ich meine ich versuche, klar, zu denken. Ich meine, zu wissen, wie das Denken funktioniert. Die Ideen kommen und gehen. An manchen Tagen halte ich an ihnen fest. An manch anderen, kämpfe ich gegen mich Selbst. Ich denke nach. Ich meine, ich versuche nach zu denken. Manchmal denke ich laut, doch oft denke ich leise. Ich sitze schweigend in einem Raum gefüllt mit Fremden. Keiner, so denke ich, wird mich je verstehen. Nicht einmal ich, wenn ich Pech hab. Gestern fiel mir der Spiegel runter. 7 Jahre richtig? Auch nicht weiter tragisch. Was mach ich denn schon großartig? Naja, ich sitze, liege, gehe, renne oder fahre. Ich denke nach. Ich meine, ich versuche nach zu denken. Ich meine, ich versuche, klar, zudenken. Meist denk ich durcheinander.“

Naturschön und Schweigen.

Digitalschön.

Zeitlichkeit.

Augenblick der nächsten Nähe.

„Gefällt – Mir“.

Der Schmerz ist der Riss.

Die Sehnsucht nach einem anderen Zustand.

Seinzustand.

Gefallen finden die Menschen an sich selbst.

Schönheit – Schein.

Verdecken.

Verzögern.

Ablenken.

Kontakt.

Schön in Hülle.

Verhüllung.

Versteck.

Lust am Text.

 

 

(Ich)

ich schreibe nun  im Liegen .

 sie sagen ich bin das härteste Tomboy dass sie kennen. (manch einer wird diese Aussage auch herausfordern und provozieren. Ich sag dazu „ich möchte liebevoller und friedvoller werden aber dazu muss ich diese Phase erst einmal ertragen lernen. meine Nerven sind gereizt. das ist Alles.

die Ungewissheit führt mich zu neuem Kontrollverlust.

ich bin im Moment nicht sozialfähig.

ich habe einen Virus auf meinem Pc.

vor ein paar Tagen entdecke  ich ein Fenster auf  meinem Display.

mit dem Wort „Cobra“

ich klicke also auf das Fenster und sehe  kyrillische Schrift.

ich nehme jetzt zum 1. Mal und zwar erneut intuitiv das Buch von Franz Kafka in die Hand.

und stoße auf 2 Worte, die meine Aufmerksamkeit gewinnen.

das Wort: homodiegetisch 

und das Wort: heterodiegetisch.

Interessant:  

ich schlage diese beiden Worte nach und möchte diese beiden Unterschiede mit Euch teilen  : 

homodiegeitsch: Erzähler und Geschichte gehören zur selben Welt 

heterodiegetisch: Erzähler und Geschichte gehören nicht zur selben Welt