6,5 h-Schreibflow

ich tat also das, wovor ich mich am meisten fürchtete.

und begann wahrheitsgetreu zu schreiben.

manchmal wachte ich nachts panisch auf, mit dem Verlangen Einträge zu löschen, aus Scham und Angst vor dem Urteil der Anderen.

heute ist es mir egal.

es ist das was ich hinterlasse.

irgendwann begann ich meiner damaligen Mitbewohnerin Texte vor zu lesen.

anhand ihrer Reaktionen sah ich, ob es in ihr Erkenntnisse auslöste.

oder Gefühle.

wenn das der Fall war, dann teilte sie es mit mir.

ihre Augen veränderten sich dabei.

sie war seelisch gerührt, mental angeregt, inspiriert.

sprach selbstbestimmt und wahrheitsgetreuer als sonst, fühlte sich bestärkt mir zu sagen, wie sie selbst dachte.

das Schreiben ist herausfordernd.

oft schieb ich es auf oder flüchte davor.

wenn ich anfange zu schreiben, verliere ich Zeitgefühl, schreibe 5-9h ohne Unterbrechung, verzichte auf Essen und auf Pausen, aus Angst, dass ich meinen Flow unterbreche.

das Schwierigste daran ist, das Unwesentliche aus zu sortieren.

kreative Arbeit erfordert Ausdauer und Hartnäckigkeit.

ich bin selbstlos und egoistisch.

erlebe Vollkommenheit.. auch wenn nur für ein paar Minuten.

erkenne Sinn und Bestimmung…auch wen nur für ein paar Stunden.

bekomm` den notwendigen Tunnelblick dafür.

so kann es ewig lang gehen.

beginne neu, setze wieder an.

lösche. tippe.

prüfe.

gelange in diesen ewigen Teufelskreis.

und genau das ist mein Wunder Punkt.

Balance ist ein Thema.

wenn ich Grenzen überschritt, litt ich mental darunter.

so muss es wohl vielen Künstlern gehen.

Schreiben gilt als schöpferische Arbeit.

und ich schreibe nicht, weil ich denke, dass ich gut bin.

nicht mal, weil ich damit Geld verdienen will.

hatte bisher 2 Veröffentlichungen in Magazinen und die haben eigtl schon alles ausgesagt.

ich schreibe , weil ich weiß, was ich fühle, wenn ich es nicht tue.

und teile, weil ich weiß das es irgendwer nach vollziehen oder mit empfinden wird.

ich möchte dieses digitale Tagebuch fortsetzen und mit der Welt teilen.

wenn ich eines Tages sterbe, hinterlass ich es hoffentlich.

was andere am Ende interpretieren, werde ich jedoch nicht beeinflussen.

15.April 2020

 

möchten und wollen.

ich schreibe für Menschen, die leben, fühlen, erkennen und heilen wollen. 

ich schreibe für Menschen, die sich zurück erinnern wollen

ich schreibe für Menschen, die sich lieben lernen und vergeben möchten

ich schreibe für Menschen, die kreative Arbeit angehen wollen

ich schreibe für Menschen, die das Leben als Lehre betrachten und auch mal lachen  möchten

ich schreibe für Denker 

ich schreibe für Suchende

ich schreibe allein für das Wunder 

ich schreibe, weil ich mich dazu berufen fühle 

wenn ich es ablehne, nagt es

ich schreibe für Menschen, die sich selbst erkennen wollen

ich schreibe mit Hoffnung

ich schreibe, um meinen wichtigen Beitrag  zu leisten

ich schreibe, um mir nicht nutzlos zu erscheinen.